911 T Ölklappe
Basismodell · 130 PS
- Größte Produktionszahl: ca. 6.920 Exemplare
- Neupreis 1971/72: 24.300 DM (ca. 12.400 €)

Start/Preisentwicklung/911 F-Modell Ölklappe
Ölklappenmodelle · 1971-1972Ein besonderes Sammlerstück: die Wertentwicklung der seltenen Ölklappenmodelle 911 T, E und S, mit Erkenntnissen für Sammler und Investoren und Prognose. Für das Juni-2026-Update ergänzt um die Classic-Data-Marktwerte 2011 bis 2026 (via Zwischengas) und 99 dokumentierte Verkäufe aus dem MarqueScope SOLD-Archiv.
Die Porsche 911 Ölklappenmodelle stellen eine besondere und gesuchte Variante in der Geschichte des legendären Sportwagens dar. In den Jahren 1971 und 1972 wurden insgesamt knapp 10.000 Exemplare der Modelle 911 T, 911 E und 911 S mit einer speziellen Konstruktionsbesonderheit produziert: Der Öleinfüllstutzen wurde aus dem Motorraum nach außen verlegt und war nun unter einer eigenen Klappe an der rechten B-Säule zu finden.
Diese Designänderung sollte das Nachfüllen von Motoröl vereinfachen, da nicht mehr die Motorhaube geöffnet werden musste. Allerdings führte sie auch zu einem unbeabsichtigten Problem: Die Position der Ölklappe ähnelte der eines herkömmlichen Kraftstofftanks bei anderen Fahrzeugen, was gelegentlich zu Verwechslungen führte. Sowohl Besitzer als auch Tankwarte füllten in Unkenntnis Benzin in den Öleinfüllstutzen, was schwere Motorschäden zur Folge hatte.
Diese Problematik führte dazu, dass Porsche bereits im Modelljahr 1973 wieder zur konventionellen Platzierung des Öleinfüllstutzens im Motorraum zurückkehrte. Die Ölklappenmodelle wurden damit zu einer exklusiven Rarität, die heute von Sammlern besonders geschätzt wird. Als markantes Erkennungsmerkmal dient die charakteristische "Ölklappe" auf der rechten Fahrzeugseite in der Nähe der B-Säule, von der diese Sondermodelle ihren inoffiziellen Namen erhalten haben.
2,4-l-Boxer, luftgekühlt
911 S Ölklappe
Exemplare insgesamt, knapp
dokumentierte Verkäufe EZ 1972 (Stand Juni 2026)
Basismodell · 130 PS
Mittleres Modell · 165 PS
Leistungsstärkstes Modell · 190 PS
Die geringe Produktionszeit von nur zwei Jahren und die jeweils relativ niedrigen Stückzahlen, besonders beim S-Modell, tragen maßgeblich zum heutigen Sammlerwert dieser Fahrzeuge bei.
Alle drei Ölklappenmodelle basieren auf dem 2,4-Liter-Boxermotor, der 1972 eingeführt wurde und den bisherigen 2,2-Liter-Motor ablöste.
| Merkmal | 911 T | 911 E | 911 S |
|---|---|---|---|
| Motortyp | Luftgekühlter Sechszylinder-Boxermotor | ||
| Hubraum | 2.341 ccm | ||
| Leistung | 96 kW (130 PS) | 121 kW (165 PS) | 140 kW (190 PS) |
| Gewicht | ca. 1.050-1.100 kg (je nach Modell und Ausstattung) | ||
| Höchstgeschwindigkeit | ca. 205 km/h | ca. 215 km/h | ca. 230 km/h |
| 0-100 km/h | ca. 8,1 Sekunden | ca. 7,5 Sekunden | ca. 7,0 Sekunden |
Die Ölklappenmodelle haben in den letzten Jahrzehnten eine bemerkenswerte Wertentwicklung erfahren, die deutlich über der durchschnittlichen Inflation liegt.
Marktwerte für Fahrzeuge im Zustand 2 (guter, mängelfreier Zustand) aus den Classic-Data-Preistabellen, abgerufen via Zwischengas (Stand Mai 2026). Wichtig zur Einordnung: Classic Data führt die 2,4-Liter-Modelle als Baureihe 1971-1973; die Werte gelten für diese Baureihe insgesamt und schließen das Ölklappen-Modelljahr 1972 ein. Den 911 T führt Classic Data in zwei Leistungsstufen: 131 PS entspricht der europäischen Vergaserversion des T 2.4, 140 PS der Einspritz-Variante. Je Jahr ist ein Stützpunkt zur Jahresmitte angegeben (2011: Oktober, 2025: Juli, 2026: Mai). "Hoch" bezeichnet den höchsten Jahres-Stützpunkt der Reihe seit Oktober 2011.
| Modell | 2011 | 2016 | 2020 | Hoch (Jahr) | Mai 2026 | seit Hoch |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 911 T 131 PS (1971-1973) Coupé | 42.800 € | 107.000 € | 86.000 € | 107.000 € (2016/17) | 79.700 € | -25,5 % |
| 911 T 131 PS (1971-1973) Targa | 44.500 € | 102.000 € | 82.500 € | 102.000 € (2016/17) | 76.400 € | -25,1 % |
| 911 T 140 PS (1971-1973) Coupé | 43.000 € | 91.500 € | 84.500 € | 92.000 € (2023) | 78.900 € | -14,2 % |
| 911 E (1971-1973) Coupé | 46.500 € | 109.000 € | 86.500 € | 109.000 € (2016/17) | 88.400 € | -18,9 % |
| 911 E (1971-1973) Targa | 48.700 € | 104.000 € | 83.000 € | 104.000 € (2016/17) | 85.700 € | -17,6 % |
| 911 S (1971-1973) Coupé | 63.000 € | 158.000 € | 125.000 € | 158.000 € (2016/17) | 131.000 € | -17,1 % |
| 911 S (1971-1973) Targa | 61.000 € | 151.000 € | 115.000 € | 151.000 € (2016/17) | 124.000 € | -17,9 % |
Quelle: Classic Data Marktwerte (Zustand 2) aus den tabellarischen Preisentwicklungen, abgerufen via Zwischengas, Stand Mai 2026; eigene Jahres-Stützpunkte. Die steilen Anstiege der Boomphase stehen so in den Quelltabellen: Classic Data hob die Bewertungen zwischen den Tabellenständen August und November 2013 deutlich an (T 131 PS Coupé Zustand 2: 45.500 auf 78.000 €), beim T 140 PS folgte der Schritt zwischen März und Juni 2014 (45.700 auf 75.500 €). Auffällig: Der T 140 PS wurde in der Korrektur Anfang 2020 als einzige Reihe nicht zurückgenommen (Zustand 2: 84.000 € im November 2019, 84.500 € ab Februar 2020); sein Hoch fällt deshalb in das Jahr 2023, alle übrigen Reihen markieren ihr Hoch 2016/17.
99 dokumentierte Verkäufe mit Erstzulassung 1972 aus dem MarqueScope SOLD-Archiv (Oktober 2025 bis Juni 2026). Wichtig zur Einordnung: Die Plattform-Labels (911 T, E, S) tragen keine Hubraumangabe. Die Zuordnung zu den Ölklappenmodellen (2,4 Liter, Modelljahr 1972) erfolgt deshalb über das Erstzulassungsjahr 1972 als Näherung. An den Rändern bleibt eine Modelljahr-Unschärfe: Früh produzierte Modelljahr-1972-Fahrzeuge wurden teils schon Ende 1971 erstzugelassen (hier nicht enthalten), während Erstzulassungen ab Herbst 1972 bereits zum Modelljahr 1973 ohne Ölklappe gehören können. Von 135 erfassten Inseraten mit Erstzulassung 1972 tragen 120 einen Preis; nach Zusammenführung von Wiedereinstellungen desselben Fahrzeugs (19 redundante Mehrfach-Listings, darunter ein achtfach gelisteter T Targa) und Ausschluss von zwei nicht eindeutig zuordenbaren Fahrzeugen verbleiben 99 gewertete Verkäufe. Preise entsprechen dem zuletzt erfassten Angebotspreis des verkauften Fahrzeugs.
| Variante | Verkäufe | Median | Spanne | Median-km | Standzeit |
|---|---|---|---|---|---|
| 911 T Coupé | 19 | 108.700 € | 49.000 - 239.000 € | 68.500 | 47 Tage |
| 911 T Targa | 21 | 89.911 € | 46.900 - 189.000 € | 32.412 | 23 Tage |
| 911 T (US) Coupé | 5 | 105.000 € | 89.000 - 114.634 € | 98.000 | 58 Tage |
| 911 T (US) Targa | 6 | 107.475 € | 56.450 - 124.900 € | 50.636 | 144 Tage |
| 911 E Coupé | 4 | 105.500 € | 64.900 - 150.000 € | 92.844 | 45 Tage |
| 911 E Targa | 11 | 94.996 € | 50.000 - 179.900 € | 45.250 | 120 Tage |
| 911 S Coupé | 16 | 163.725 € | 99.000 - 350.000 € | 15.419 | 24 Tage |
| 911 S Targa | 17 | 169.000 € | 69.000 - 269.000 € | 17.694 | 25 Tage |
Als "Cabriolet" gelabelte Datensätze (eine Karosserievariante, die es beim F-Modell ab Werk nicht gab) sind ausweislich der Inserate Targa und der Zeile 911 T Targa zugeordnet; "(US)" bezeichnet als US-Version gelistete Fahrzeuge. Zellen mit weniger als 8 Verkäufen (911 T (US) Coupé und Targa, 911 E Coupé) sind nur eingeschränkt belastbar; fett markierte Mediane stehen für Zellen mit mindestens 8 Verkäufen. Ausreißer: Der niedrigste S-Targa-Wert (69.000 €) gehört zu einem Fahrzeug mit angegebenen 10 km Tachostand; die T-Targa-Zeile enthält ein achtfach gelistetes, im Inserat widersprüchlich als "2.0 Urmodell" mit Ölklappe beschriebenes Fahrzeug (87.000 €). Nicht gewertet: ein Fahrzeug ohne Karosserie-Angabe (95.000 €) sowie ein Targa, der mit identischen 85.499 km sowohl in der T- als auch in der S-Zelle gelistet war (160.000/175.000 €, Mislabel-Verdacht). In einzelnen Datensätzen widerspricht das Freitext-Datum der Erstzulassung dem strukturierten EZ-Jahr; maßgeblich für die Zuordnung ist das EZ-Jahr.
Zwischen Mitte 2013 und Mitte 2016 haben sich die Classic-Data-Marktwerte für Zustand 2 mindestens verdoppelt (911 S Coupé: von 63.000 auf 158.000 €). Auf die Hochs von 2016/17 folgten die stufenweise Rücknahme 2018/19, die scharfe Korrektur 2020 und eine Erholung bis Mai 2023. Seit Mitte 2023 fallen die Werte wieder: Im Mai 2026 liegen sie 11 bis 14 Prozent unter dem Zwischenhoch von Mai 2023 und 14,2 bis 25,5 Prozent unter den jeweiligen Hochs. Die Abstufung zwischen den Varianten bleibt dabei erhalten: S vor E vor T.
In den Classic-Data-Marktwerten liegt das Coupé bei allen drei Modellreihen seit 2012 durchgängig leicht über dem Targa; der Abstand beträgt im Mai 2026 aber nur rund 3 bis 6 Prozent (Zustand 2: S 131.000 gegenüber 124.000 €, E 88.400 gegenüber 85.700 €, T 131 PS 79.700 gegenüber 76.400 €). Das S Coupé bleibt das teuerste Modell der Baureihe und hält sich, ebenso wie der S Targa, in der Korrektur seit 2023 am besten, während der T Targa zunehmend als fahrbarer Einstieg für junge Sammler interessant wird.
Mit einem ausgewogenen Mix aus Leistung, Alltagstauglichkeit und Markthistorie positioniert sich das 911 E (Coupé wie Targa) als perfekte „Mittelklasse mit Perspektive". Besonders attraktiv: Fahrzeuge mit MFI (mechanische Einspritzung) und originaler Spezifikation.
Seit Mitte 2023 haben die Classic-Data-Zustand-2-Werte 11 bis 14 Prozent nachgegeben, und die Korrektur reicht bis zum Tabellenstand Mai 2026. Für Investoren kann das ein Fenster sein. Die Historie mahnt allerdings zur Differenzierung: Nach der Korrektur 2020 erholten sich vor allem die S- und E-Reihen überdurchschnittlich (plus 18 bis 21 Prozent bis Mai 2023), die T-Reihen legten nur um rund 8 bis 9 Prozent zu.
In einem reifer werdenden Sammlermarkt steigt die Nachfrage nach Fahrzeugen mit dokumentierter Historie, Originalmotor und vollständigem Auslieferungszustand. „Restomod" wird toleriert, aber Originalität bleibt dominanter Bewertungsfaktor.
Basierend auf der Entwicklung der letzten 15 Jahre lässt sich für die Zukunft Folgendes ableiten.
Detailliertes Expertenwissen zu den Porsche 911 Ölklappenmodellen (1971-1972): Produktionszahlen, Originalitätskriterien, Marktdaten und Preis-Prognosen für T, E und S.
Die Porsche 911 Ölklappenmodelle bleiben attraktive Sammlerstücke, jedoch hat sich die Marktdynamik verändert: Auf die Hochs von 2016/17 folgten die Rücknahmen 2018 bis 2020, eine Erholung bis Mai 2023 und seither wieder fallende Richtwerte. Für Interessenten ergeben sich folgende Empfehlungen:
Investieren Sie in Fahrzeuge mit nachweisbarer Historie und Originalität.
Rechnen Sie nicht mehr mit kurzfristigen hohen Renditen.
Der Faktor Fahrfreude und historische Bedeutung sollte stärker gewichtet werden als reine Investitionsaspekte.
Die limitierte Produktionszeit von nur zwei Jahren wird diese Modelle auch zukünftig zu begehrten Sammlerstücken machen.
Die in dieser Analyse verwendeten Daten basieren auf den Classic-Data-Preistabellen (abgerufen via Zwischengas, Stand Mai 2026; geführt als Baureihe 1971-1973), dem MarqueScope SOLD-Archiv sowie Marktbeobachtungen und Experteneinschätzungen. Die als solche gekennzeichneten Verkaufsdaten vom Juni 2026 stammen aus dem MarqueScope SOLD-Archiv (Oktober 2025 bis Juni 2026, Erstzulassungsjahr 1972 als Näherung für das Ölklappen-Modelljahr, dedupliziert, marquescope.de). Alle Preise können je nach individueller Ausstattung, Zustand und Laufleistung erheblich variieren.