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Porsche 911 F-Modell der zweiten Generation (LWB)

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Die Ära des Wandels · 1969-1973

Kaufberatung Porsche 911 F-Modell 2. Gen "LWB"

Längerer Radstand, mechanische Einspritzung, mehr Hubraum: Originalität, Rostzonen, Ölverlust, Historie, Preise und Fallen der zweiten F-Modell-Generation.

Die Modellreihen T, E, S Schwachstellen Kostenübersicht Marktwerte Fazit & Empfehlung
Die zweite Generation, 1969-1973

Die Ära des Wandels

Herzlich willkommen zu unserer umfassenden Kaufberatung für die faszinierenden, überarbeiteten Porsche 911 F-Modelle der Baujahre 1969 bis 1973. Diese Ära markiert einen entscheidenden Wendepunkt in der Evolution des legendären Elfers. Mit der Einführung des längeren Radstands (LWB, Long Wheelbase) ab dem Modelljahr 1969 vollzog Porsche einen wichtigen Schritt zur Optimierung der Fahreigenschaften und legte den Grundstein für die weitere Erfolgsgeschichte des 911.

In den folgenden Jahren bis 1973 erlebte die Baureihe signifikante Weiterentwicklungen, darunter die Einführung der mechanischen Saugrohreinspritzung (MFI) für die leistungsstärkeren E- und S-Modelle sowie sukzessive Hubraumerhöhungen, die den Fahrzeugen zu noch mehr Souveränität und Performance verhalfen.

Diese Generation des Porsche 911, oft auch als "Langhauber" oder "F-Modell der zweiten Generation" bezeichnet, verbindet den puristischen Charme der frühen Elfer mit bereits spürbar gereifter Technik und verbesserten Fahreigenschaften. Von den agilen 2,0-Liter-Varianten des Modelljahres 1969 bis zu den drehmomentstarken 2,4-Liter-Modellen des Jahres 1973 bietet diese Periode eine spannende Bandbreite an Charakteren und Leistungsstufen.

110-190 PS

Vom T bis zum S

2,0-2,4 L

Hubraum-Evolution

LWB

Längerer Radstand ab 1969

1969-73

Bauzeit 2. Generation

Die Modellreihen

Die Hierarchie: T, E und S

Die Modelle lassen sich in drei klare Charaktere unterteilen, die jeweils Hubraumerweiterungen von 2,0 über 2,2 bis 2,4 Liter erfuhren.

911 T (Touring)

Der Einstieg · 110-140 PS

  • Als Einstiegsmodell konzipiert, solide Basis, meist mit Vergasern (außer späte US-Modelle mit MFI)
  • 1969 (2.0L): 110 PS, Vergaser
  • 1970/71 (2.2L): 125 PS
  • 1972/73 (2.4L): 130 PS (Vergaser) bzw. 140 PS (MFI), ab hier Typ-915-Getriebe

911 E (Einspritzung)

Die Mitte · 140-165 PS

  • Die komfortablere Mitte, primär durch mechanische Einspritzung (MFI), gilt als harmonischster Kompromiss
  • 1969 (2.0L): 140 PS, oft mit hydropneumatischer Federung
  • 1970/71 (2.2L): 155 PS, Balance aus Sport und Komfort
  • 1972/73 (2.4L): 165 PS, souveräner Sportwagen

911 S (Super)

Die Spitze · 170-190 PS

  • Das sportliche Topmodell mit MFI: drehfreudig, stark und heute am wertvollsten
  • 1969 (2.0L): 170 PS, erste Wahl für Ambitionierte
  • 1970/71 (2.2L): 180 PS, sportlicher Höhepunkt
  • 1972/73 (2.4L): 190 PS, beeindruckende Fahrleistungen, oft mit Frontspoiler
Expertenwissen

Detailanalyse: Technik & Schwachstellen

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1. Karosserie: Das Fundament mit neuen Herausforderungen +

Die Karosserie der Porsche 911 F-Modelle aus den Jahren 1969 bis 1973 bildet das Rückgrat dieser klassischen Sportwagen. Mit der Einführung des längeren Radstands (LWB) ab dem Modelljahr 1969 wurden nicht nur die Fahreigenschaften verbessert, sondern es ergaben sich auch subtile Änderungen in der Karosseriestruktur.

Trotz kontinuierlicher Verbesserungen im Produktionsprozess war der Rostschutz bei diesen Fahrzeugen noch nicht auf dem Niveau späterer Generationen, was eine sorgfältige Inspektion unerlässlich macht.

  • Kotflügel: anfällig im Bereich der Lampentöpfe, Radhauskanten und inneren Stehwände
  • Schweller: klassische Rostnester, oft unter Lack oder Unterbodenschutz verborgen
  • Türunterkanten: Feuchtigkeit sammelt sich hier und führt zu Durchrostungen
  • Batteriekästen: bei LWB-Modellen oft zwei Batterien im vorderen Kofferraum. Säure und Kondenswasser verursachen Korrosion
  • Scheibenrahmen: Rostbildung durch undichte Dichtungen oft erst spät sichtbar
  • Bereich des Öltanks (1972): beim "Ölklappenmodell" (Öleinfüllstutzen außen) diesen Bereich besonders prüfen
  • Bodenbleche & Längsträger: die Inspektion von unten ist unerlässlich
Ab Modelljahr 1970/71 begann Porsche mit einer Teilverzinkung (Bodenbleche). Dennoch ist kein F-Modell dieser Ära rostfrei, alter Unterbodenschutz kann Rost verdecken. Achten Sie zudem auf ungleichmäßige Spaltmaße und Spuren von Richtarbeiten (Unfallschäden). Die Originalität von Anbauteilen (Leuchten, Zierleisten) spielt für den Wert eine große Rolle.
2. Motor: Herzstück mit Einspritzung (MFI) & Hubraum +

Bei den überarbeiteten F-Modellen erfuhr das Aggregat signifikante Weiterentwicklungen (2,0 auf 2,2 auf 2,4 Liter). Eine wichtige Veränderung war die Einführung von Magnesium-Motorgehäusen ab Ende 1968. Diese sind leichter, aber anfälliger für Korrosion und Verzug (ausgerissene Stehbolzen).

  • Öllecks: Kurbelwellensimmerringe, Stößelrohrdichtungen, Ventildeckel (Kosten: 500-3.000 €)
  • Kettenspanner: mechanische Spanner neigen zum Versagen (Umrüstung: 500-1.500 €)
  • Ventilführungen: Verschleiß führt zu Ölverbrennung (Revision: 2.000-5.000 €)

Mechanische Saugrohreinspritzung (MFI): ein technisches Highlight bei E- und S-Modellen. Sorgt für spontanes Ansprechverhalten, ist aber komplex. Probleme: verschlissene Drosselklappenwellen, verstellte Einspritzpumpe (Raumkurvenscheibe), Warmlaufregler (Reparatur MFI: 500-4.000 €).

Vergaseranlagen (911 T): einfacher zu warten, aber auch anfällig für falsche Einstellungen oder Falschluft (Kosten: 500-2.000 €).

Kosten-Warnung: Eine komplette Motorrevision (inkl. Gehäusebearbeitung) kann schnell 15.000 € bis über 30.000 € erreichen.
3. Getriebe: Vom Typ 901 zum Typ 915 +

Die Kraftübertragung ist entscheidend. In dieser Periode gab es einen wichtigen Wechsel.

  • Typ 901/911 (bis 1971): verwendet in 2.0L- und 2.2L-Modellen. Charakteristisches "Dog-Leg"-Schaltschema (1. Gang unten links). Präzise, aber die Synchronringe (1./2. Gang) verschleißen oft (Überholung: 2.500-6.000 €)
  • Typ 915 (ab 1972): eingeführt mit den 2.4L-Modellen. Konventionelles H-Schema, robuster für höheres Drehmoment
  • Sportomatic: seltene Halbautomatik (4-Gang ohne Kupplungspedal). Wartung ist aufwendig und teuer, da Teile rar sind
  • Kupplung: Verschleißteil (1.000-2.500 €). Auch die Antriebswellen auf Spiel prüfen
4. Fahrwerk & Bremsen: Evolution für Kontrolle +

Der längere Radstand (LWB) ab 1969 erhöhte die Fahrstabilität spürbar. Dennoch gibt es Wartungspunkte.

Hydropneumatische Federung (911 E): optional bis 1971 beim E-Modell für Niveauregulierung und Komfort. Das System ist komplex und teuer, viele Fahrzeuge wurden auf konventionelle Dämpfer umgerüstet.

  • Stoßdämpfer & Gummilager: Verschleiß führt zu schwammigem Verhalten (Austausch: 600-2.000 €)
  • Lenkung: Spiel deutet auf Spurstangenköpfe oder Lenkgetriebe hin
  • Bremsen: innenbelüftete Scheiben beim S (und oft beim E). Festsitzende Sättel sind nach Standzeiten häufig (Überholung pro Achse: 500-1.500 €)
  • Felgen: originale Fuchsfelgen sind sehr wertvoll
5. Elektrik & Interieur: Zeitkapsel mit Tücken +

Elektrik: altersbedingte Probleme sind häufig.

  • Korrosion an Sicherungskästen und Steckern
  • Kabelbäume werden spröde (Kurzschlussgefahr!). Erneuerung kostet 1.500-5.000 € zzgl. Einbau
  • LWB-Modelle haben oft zwei Batterien vorne (auf Säureschäden prüfen!)

Interieur: die Originalität bestimmt den Wert.

  • Armaturenbrett: reißt oft durch UV-Strahlung (Reparatur: 500-1.500 €)
  • Sitze: verschlissene Bezüge und Polster. Neubezug: 500-2.000 € pro Sitz
  • Teppiche/Himmel: oft modrig durch Feuchtigkeit
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Das komplette Wissen: Investoren-Dossier & Technik-Kompendium

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Schätzungen 2025

Kostenübersicht

Realistische Preise für Arbeiten bei Spezialisten.

Motor & Getriebe

Arbeit / BauteilUmfangGeschätzte Kosten
Motorabdichtung (Dichtungen)Teilrevision5.000 - 15.000 €
Komplette MotorrevisionUmfassend15.000 - 30.000 €+
MFI-System ÜberholungEinspritzung500 - 4.000 €
Getriebeüberholung901 oder 9152.500 - 6.000 €

Karosserie & Interieur

Arbeit / BauteilUmfangGeschätzte Kosten
Kleinere RostreparaturenLokalEinige tausend Euro
KomplettrestaurierungKarosserie20.000 - 50.000 €+
Kabelbaum erneuernMaterial + Einbau1.500 - 5.000 €+
ArmaturenbrettRissreparatur/Neu500 - 1.500 €
Marktwerte, Stand Mai 2025

Marktwerte & Fazit

ModellZustand 3-2Top-Zustand
911 T 2.2/2.4100.000 - 150.000 €über 160.000 €
911 E 2.2/2.4120.000 - 180.000 €über 220.000 € (selten)
911 S 2.2/2.4180.000 - 250.000 €300.000 - 350.000 €+ (Top-Sammler)

Die Preise variieren stark nach Originalität (Matching Numbers) und Zustand. Targa-Modelle sind oft 10-20% günstiger.

Fazit & Empfehlung von 911Finder

Der LWB-Elfer ist eine Ikone. Aber: Die Restaurierungskosten (Karosserie, MFI, Magnesium-Motor) können den Kaufpreis übersteigen. Wichtig: Eine professionelle Kaufprüfung (Endoskopie, Matching-Check, Magnet-Test) ist bei diesen Preisen alternativlos.

Der nächste Schritt

Diesen 911 sicher kaufen, mit 911Finder.